Kurz erklärt
Eine Einwegkamera ist eine Kamera, die man nicht selbst mit Film bestückt: Der Film steckt schon im Gehäuse, und nach der letzten Aufnahme wandert die ganze Kamera ins Fotolabor. Bedienung gibt es kaum, denn die Kameras arbeiten mit Fixfokus und eingebautem Blitz. Ein Display gibt es nicht, also sieht niemand, was er fotografiert hat, bis die Bilder entwickelt sind.
Als eine der ersten gilt die QuickSnap von Fujifilm: Sie kam im Juli 1986 in Japan als „Utsurundesu“ auf den Markt, mit 110er-Film und ISO 100. Später setzte Fujifilm 27 Aufnahmen als Standard, und die Filme wurden immer lichtempfindlicher, bis ISO 1600 (Fujifilm QuickSnap History). Auf Hochzeiten und Partys sind Einwegkameras bis heute beliebt, weil sie spontane, ungestellte Bilder liefern.
Foto: Mark Bishop / Unsplash
Beispiel
Ein Brautpaar stellt auf jeden der zehn Tische eine Einwegkamera. Am Tisch der Studienfreunde ist der Film schon vor dem Essen voll, am Tisch der Großeltern liegt die Kamera bis zum Schluss unberührt neben der Blumendeko. Eine Kamera verschwindet irgendwann in einer Handtasche. Am nächsten Tag sammelt die Trauzeugin den Rest ein und bringt ihn ins Labor. Als die Abzüge zurückkommen, ist die Freude groß, auch wenn einige Bilder vom Tanzabend sehr dunkel geworden sind.
Worauf ihr achten solltet
- Kosten: Ihr bezahlt jede Kamera und zusätzlich die Entwicklung. Bei vielen Tischen kommt einiges zusammen.
- Geteilte Kameras: Eine Kamera pro Tisch heißt, dass sich mehrere Gäste einen Film teilen. Wer zuerst zugreift, verbraucht oft die meisten Aufnahmen.
- Licht: Mit kleinem Blitz und lichtempfindlichem Film werden Bilder in dunklen Räumen schnell körnig oder unscharf, siehe Filmkorn.
- Einsammeln: Plant ein, wer die Kameras am Ende einsammelt und ins Labor bringt.
- Müll: Nach dem Entwickeln bleiben Kameras aus Plastik übrig.
Wie sich analoge und digitale Variante im Alltag schlagen, zeigt unser Vergleich Einwegkamera oder App. Tipps speziell für Hochzeiten findet ihr im Artikel Einwegkamera auf der Hochzeit.
Mit Filmriss
Filmriss überträgt das Prinzip aufs Handy: Jeder Gast hat seinen eigenen Film mit begrenzten Aufnahmen, und die Bilder bleiben bis zum nächsten Morgen verborgen. Es müssen keine Kameras gekauft, eingesammelt oder entwickelt werden, ein QR-Code reicht.
