Kurz erklärt
EXIF steht für „Exchangeable Image File Format“. Der Standard wurde 1995 erstmals veröffentlicht und wird heute von den japanischen Verbänden JEITA und CIPA gepflegt; die aktuelle Version 3.0 erschien im Mai 2023 (Wikipedia: Exif). EXIF-Daten werden unter anderem in JPEG- und TIFF-Dateien gespeichert und sind im Bild selbst nicht zu sehen. Typische Einträge sind:
- Datum und Uhrzeit der Aufnahme
- Kamera- bzw. Handymodell
- Belichtungswerte wie Blende, Belichtungszeit, Brennweite und ISO
- Pixelmaße und ein kleines Vorschaubild
- GPS-Koordinaten, wenn die Kamera Zugriff auf den Standort hat
Foto: Indra Projects / Unsplash
Beispiel
Nach einer Party laden zwanzig Gäste ihre Fotos in ein gemeinsames Album. Dank des Aufnahmezeitpunkts in den EXIF-Daten lassen sich alle Bilder chronologisch sortieren, vom Sektempfang bis zum letzten Tanz. Gleichzeitig steckt in einem Foto, das ein Gast vorher zu Hause beim Fertigmachen aufgenommen hat, womöglich der genaue Standort seiner Wohnung. Wer das Bild herunterlädt, kann diese Information mitbekommen. Dass Standortdaten echte Rückschlüsse erlauben, zeigt ein bekannter Fall: Die GPS-Daten eines Fotos verrieten den Aufenthaltsort des Softwareunternehmers John McAfee in Guatemala (Wikipedia: Exif).
Worauf ihr achten solltet
- Standort bewusst einstellen: In den Kamera- oder Datenschutz-Einstellungen eures Handys könnt ihr festlegen, ob Fotos einen Ort gespeichert bekommen.
- Vor dem Veröffentlichen prüfen: Viele Galerie-Apps zeigen in der Detailansicht eines Fotos an, welche Metadaten enthalten sind, auch den Ort.
- Beim Bearbeiten und Exportieren: Manche Programme übernehmen die EXIF-Daten, andere entfernen sie. Prüft das Ergebnis, bevor ihr es weitergebt.
- Uhrzeit stimmt nicht immer: Ist die Uhr einer Kamera falsch gestellt, landen Fotos beim Sortieren an der falschen Stelle.
- Metadaten sind Daten: Standort und Zeitpunkt können Rückschlüsse auf Personen zulassen. Hintergründe zum Datenschutz findet ihr unter DSGVO; das hier ist eine allgemeine Erklärung, keine Rechtsberatung.
Mit Filmriss
Filmriss fragt laut Datenschutz-Seite nur nach der Kamera, nicht nach Mikrofon oder Standort, und laut FAQ werden keine Standortdaten erfasst.
